Glas zeigt die Geschichte Gerresheims

(Alle Fotos aus der Ausstellung © Jo Achim Geschke)

Es waren ja nicht nur die Einmachgläser : Was in der Glashütte Gerresheim produziert wurde, reichte von Ballonflaschen über Wein- und Essigflaschen hin zu Gläsernen Verschlüssen und den „Dotzflaschen“ und und …. Eine Ausstellung des „Förderkreis Industriepfad Düsseldorf-Gerresheim“ zeigt jetzt im alten Bahnhof an der Heyestraße 194 hunderte Exponate aus der Produktion der Glashütte, die liebevoll zusammen getragen wurden. Deutlich wird, dass Gerresheim und seine Glashütte den Stadtteil seit dem 19. Jahrhundert nachhaltig geprägt haben.

Die Organisatoren der Ausstellung waren wohl auch überrascht, dass die Eröffnung am Sonntag Mittag mit rund 200 Interessierten so gut besucht war. Nach der Eröffnung mit Architekt Niklaus Fritschi fand OB Thomas Geisel noch Zeit für ein Grußwort, bevor er zum Kö-Lauf davoneilen musste. Vorträge zeigten dann die Geschichte und Bedeutung der Glashütte auf.

Angesichts der Ausstellung ist es schade, dass es noch immer keine Entscheidung über ein Glashütten-Museum gibt. Exponate wie die jetzt gezeigten stehen zumeist in privaten Kellern. Ob die einzigartigen Zeugnisse für ein eminent wichtiges Stück Stadtgeschichte und Industriegeschichte so überdauern werden, ist fraglich.

Der Industriekreis hat zum 150. Gründungsjahr der Glashütte mehrere Ausstellungen zusammengestellt. Gezeigt werden auf informativen Tafeln auch zehn Lebenswege von Menschen, die dort gearbeitet haben.

Nachdem Ferdinand Heye (1838 – 1889) im Jahr 1864 die Glashütte gründete, entwickelte sich dieses Unternehmen zum größten Flaschenhersteller in Europa. Die Gerresheimer Unternehmer ließen Werkswohnungen bauen, die teils noch heute an der Heyestraße stehen, führte geregelte Arbeitszeiten für seine Arbeiter ein, und Pauline Heye ließ 1891 ein Heim für Pensionäre bauen. Die Unternehmerfamilie nahm damit nicht nur eine soziale Vorbildrolle ein – sie nahm auch den aufkommenden Bewegungen der Sozialisten und Kommunisten den Wind aus den Segeln. Mit Heye und anderen Unternehmern wurde auch die Entwicklung der Eisenbahn vorangetrieben, die die Glashütte, aber auch die Stahlwerke in Oberbilk sowohl mit Rohstoffen beliefern konnte wie auch die Produktionen in andere Städte und Länder transportierte.

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Weckgläser

Die gelungene Ausstellung, durch private Initiative des Vereins Industriepfad zustande gekommen, zeigt Flaschen verschiedenster Art, Werkzeuge etwa der Glasbläser, Produktionsformen (etwa für die Underberg-Flasche), und informiert auf Tafeln über Heye und seine Zeit. Witzig etwa die bis Ende der 50er Jahre produzierte „Dotz-Flasche“: Eine Flasche wird mit einer Glaskugel verschlossen – die Kinder (die Dötze) allerdings gerne als Ersatz für Murmeln benutzt haben …

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Unterstützt wird die Ausstellung von der „Gerresheimer AG“ und der „Patrizia ImmobilienAG“ – jenem Unternehmen, dass auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte das „Glasmacherviertel“ bauen wird für rund 800 bis 900 Wohnungen.

Ausstellung „Glas für die Welt“ noch bis 12. Oktober,

Geöffnet mittwochs und freitags 16 – 20 Uhr, samstags und sonntags 14 – 18 Uhr,

weitere Informationen unter :

www.industriepfad-gerresheim.de

und http://www.glasmacherviertel.de/

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