„Rheinverbunden“ – ein Plan für die Gartenstadt

(Foto Wege am Wald © Jo Achim Geschke)

Umweltdezernentin Helga Stulgies und Gartenamtsleiterin Doris Törkel stellten jetzt den neuen Grünordnungsplans Düsseldorf 2025 vor. Um für die Sicherung und Weiterentwicklung der Freiräume in der Stadt die planerischen Grundlagen zu schaffen und diese in der Stadtplanung fest zu verankern, wird nach nunmehr 23 Jahren der Düsseldorfer Grünordnungsplan fortgeschrieben. Düsseldorf trägt nicht von ungefähr den Namen „Gartenstadt“. Planer und Architekten haben stets darauf geachtet, Parks und Stadträume als Orte der Begegnung und Entspannung für die Menschen in der Großstadt zu schaffen.

„Grünanlagen dienen als willkommene Möglichkeiten des raschen Rückzugs aus dem hektischen Stadtleben, sind Oasen der Ruhe und Erholung, bieten Kindern natürliche Spielmöglichkeiten und erlauben es, Natur in der Nähe zur Wohnung zu erleben. Sie sind als Lebensraum für Pflanzen und Tiere von Bedeutung und erfüllen wichtige stadtklimatische Funktionen. Das alles ist im neuen Gründordnungsplan für die Landeshauptstadt berücksichtigt worden und bietet uns auch in Zukunft die Grundlage für strategische Entscheidungen“, sagt Gründezernentin Helga Stulgies, die gemeinsam mit Gartenamtsleiterin Doris Törkel den Grünordnungsplan 2025, der unter dem Titel „rheinverbunden“ veröffentlicht wurde, vorstellte.

Das Instrument der Grünordnungsplanung wurde in Düsseldorf mit Ratsbeschluss von 1979 eingeführt. Auf der Ebene des Flächennutzungsplanes zeigt der gesamtstädtische Grünordnungsplan als so genannter GOP I im Maßstab 1:25.000 die gesamtstädtischen Ziele der Freiraumplanung auf. Parallel zum Flächennutzungsplan erarbeitet wurde er 1991 beschlossen. Der jetzt vorgestellte Grünordnungsplan stellt damit die erste umfassende Fortschreibung dar. Aus diesem gesamtstädtischen Leitbild werden auf der nächsten Konkretisierungsebene im Maßstab 1:10.000 die freiraumplanerischen Ziele für die Stadtbezirke abgeleitet (GOP II). Auf der Maßstabsebene der Bebauungspläne konkretisiert schließlich der GOP III die quartiersbezogenen Ziele und bündelt sie in Maßnahmenvorschlägen. Die Grünordnungsplanung ist als strategisches Planungsinstrument zu verstehen; erst durch Übernahme in die Bauleitpläne wird er rechtsverbindlich.

Aufgaben und Ziele

Aufgabe des Grünordnungsplans ist die Darstellung des Freiraumsystems für die Stadt Düsseldorf und die Sicherung, Vernetzung und Entwicklung seiner einzelnen BausteineZiel ist es, die Funktion des Stadtgrüns für die Lebensqualität in der Landeshauptstadt Düsseldorf zu erhalten und wenn möglich zu verbessern. Der hier vorgestellte Grünordnungsplan ist gleichzeitig in das Fachkapitel Umwelt und Freiraum des Stadtentwicklungskonzeptes 2025 eingeflossen. Wie das Stadtentwicklungskonzept ist auch der Grünordnungsplan auf die nächsten zehn Jahre ausgerichtet, die formulierten Ziele der Freiraumplanung zu erreichen.

Aufbau und Inhalt

Düsseldorf wird aufgrund seiner einzigartigen Parkanlagen als Gartenstadt bezeichnet. Tatsächlich sind cirka sieben Prozent des gesamten Stadtgebietes, das sind rund 1.500 Hektar als öffentliche Grünflächen, festgeschrieben. Diese teilen sich auf in 280 Parkanlagen, 13 kommunale Friedhöfe, 69 Kleingartenanlagen mit 6.600 Gärten und 450 Kinderspielplätze. Dazu kommen dann noch einmal rund 3.000 Hektar Wald sowie 3.400 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche. Der Rhein durchfließt das Stadtgebiet auf einer Länge von 42 Kilometern. Neben der Bedeutung als internationaler Transportweg präsentieren sich hier die bekanntesten Freiräume der Stadt:
Die Rheinpromenade in Kaiserswerth mit der Kaiserpfalz.
Der denkmalgeschützte Nordpark, der unmittelbar am Rhein liegt.
Der erste grüne Ring auf den Fundamenten der einstigen Befestigungsanlagen der Stadt mit dem berühmten Hofgarten, dem Ständehauspark, dem Spee’schen Graben und der Königsallee.
Die Rheinwiesen und der Rheinpark bieten Ausgleich zum quirligen Stadtleben.
Der Himmelgeister Rheinbogen und die Urdenbacher Kämpe im Süden der Stadt grenzen als für den Biotopverbund wichtige Kulturlandschaftsräume an den Strom.

„Diese hier nur kurz angerissenen Freiraumstrukturen machen eins sehr deutlich: Düsseldorf ist ‚rheinverbunden‘ – der Titel des Grünordnungsplanes ist gut gewählt“, so Gartenamtsleiterin Doris Törkel.

Unter Beachtung der zukünftigen Rahmenbedingungen – demographischer Wandel, Klimawandel, städtebauliche Entwicklungsabsichten – wird ein stabiles räumliches Leitbild für das Düsseldorfer Freiflächensystem entworfen:
Der „blaue Rheinstrom“ im Westen,
der „grüne Rücken“ entlang der bewaldeten Niederterrassenkante im Osten und
sechs so genannte „Verbinder“, die die beiden großen stadtprägenden Teilräume miteinander verbinden.

Für den so gegliederten Stadtraum werden 27 Teilräume definiert und mit Planungszielen belegt. Ausgehend von den Bausteinen, das heißt den vorhandenen und geplanten Grün- und Freiflächen werden bestehende und neu zu entwickelnde Freiraumachsen dargestellt. Besondere Bedeutung kommt dabei den „Verbindern“ zu, da sie gesamtstädtisch wichtige Korridore in West-Ost Richtung darstellen und so den Rhein im Westen mit den zusammenhängenden Waldbereichen im Osten verbinden. Vernetzungsachsen spannen sich aber auch in den „Zwischenräumen“ auf, häufig entlang von Oberflächengewässern wie zum Beispiel dem Düsselsystem oder im zweiten Grünen Ring.

Dieses Freiraumnetz ist gleichzeitig Grundlage für den Biotopverbund, ein Konzept zur Vernetzung der Naturschutzgebiete und der ökologisch bedeutsamen Flächen über das gesamte Stadtgebiet. Über Pufferzonen und Entwicklungskorridore werden diese für den Artenschutz so bedeutsamen Flächen miteinander verknüpft. Das hier dargestellte Biotopverbundkonzept dient im Sinne der nationalen Biodiversitätsstrategie der dauerhaften Sicherung stabiler Tier- und Pflanzenpopulationen.

Als gesamtstädtisches Konzept kann der Grünordnungsplan 2025 „rheinverbunden“ lediglich Leitlinien und Strategien vorgeben, die über nachfolgende Planungsebenen und Projekte konkretisiert und schließlich umgesetzt werden. So können Lücken im Freiraumnetz beispielsweise im Zuge der städtebaulichen Entwicklung geschlossen werden: Marc-Chagall- und Maurice-Ravel-Park in Derendorf stellen heute einen wichtigen Baustein im zweiten Grünen Ring dar, der die Klammer für die städtebauliche Neuorientierung in der nördlichen Innenstadt bildet. Der Belsenpark wird den Grünzug Oberkassel ergänzen, der geplante Glashüttenpark in Gerresheim die Verbindung zwischen Wald und Düssel herstellen. Mit der 3-stufigen Grünordnungsplanung werden diese Projekte jeweils vorbereitet.

Die Leitlinien und Strategien sind darüber hinaus auch maßgeblich für den nachhaltigen Umgang mit dem Bestand: der Sturm Ela hat große Lücken in das städtische Grün geschlagen und insbesondere die gartenhistorisch bedeutsamen Anlagen der Innenstadt – den ersten Grünen Ring – getroffen. Die behutsame Wiederherstellung zur Bewahrung des gartenkulturellen Erbes dieser Stadt genießt höchste Priorität

Das weitere Vorgehen

Nach Beratung im Landschaftsbeirat, den Bezirksvertretungen und den zuständigen Fachausschüssen wird der Grünordnungsplan 2025 „rheinverbunden“ vom Rat der Stadt Düsseldorf beschlossen und anschließend veröffentlicht. Er ist bei der Bauleitplanung, bei städtebaulichen Rahmenplänen, Stadtteilentwicklungskonzepten und anderen städtischen Planungen zu berücksichtigen. Er bildet die Grundlage für die Aufstellung und Fortschreibung der Grünordnungsrahmenpläne für die Stadtbezirke. Durch die Definition von Prioritäten stellt er eine Schwerpunktsetzung für Konzepte und Projekte des Garten- Friedhofs- und Forstamtes für die nächsten zehn Jahre dar.

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