Stadt rechnet mit 1900 Flüchtlingen

Die Stadt hat keine Verträge mit der Gesellschaft european homecare, unter deren Leitung es zu diskriminierenden, gewaltsamen Übergriffen auf Flüchtlinge durch private Sicherheitsdienste gekommen war. Es gibt auch keine Sicherheitsdienste in den Unterkünften für Asylbewerber, die Stadt regelt das mit eigenem Personal und außerdem Mitarbeitern und Ehrenamtlern etwa der Diakonie. Am Dienstag tagte erstmals der „Runde Tisch“ zu Flüchtlingsfragen, den OB Thomas Geisel (SPD) kurzfristig unter der Leitung von Sozialdezernent Burkhard Hintzsche einberufen hatte.

Dabei kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik, Kirche, Wohlfahrtsverbänden, Flüchtlingsinitiativen und der Arbeitsgemeinschaft Düsseldorfer Wohnungsunternehmen und der Region zusammen. „Ich wünsche mir, dass Düsseldorf mit seiner Willkommenskultur beispielhaft und vorbildlich ist und sich mit den Flüchtlingen, die zum Teil schlimmste Erlebnisse hinter sich haben, solidarisch zeigt“, erklärte Oberbürgermeister Thomas Geisel bei der Begrüßung im Plenarsaal des Rathauses.

Zum Jahresende werden 1900 Flüchtlinge in der Landeshauptstadt erwartet. Düsseldorf muss kurz- und mittelfristig zusätzliche Unterbringungs-Kapazitäten für rund 1300 Flüchtlinge schaffen.

Knapp 1500 derzeit in Düsseldorf lebenden Asylbewerber bzw. Flüchtlinge sind hier untergebracht (davon rund 500 in Hotels). Darunter befinden sich 621 minderjährige Kinder, für die auch Kita-Plätze, Schulunterricht sowie Sprach- und Freizeitangebote bereitgestellt werden sollen.

Ziel des Runden Tisches ist es, angesichts der steigenden Zahl Asyl suchender Menschen Lösungen zu aktuellen Problemfragen wie die Unterbringung und Betreuung zu erarbeiten und der zum Winter hin drohenden Unterversorgung schnellstmöglich entgegenzusteuern. Folgende Absprachen wurden beim Runden Tisch getroffen:

Die Arbeitsgemeinschaft Düsseldorfer Wohnungsunternehmen und der Region kündigte an, im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge, die derzeit auf Wohnungssuche sind und noch in Asylbewerberunterkünften leben, bereitstellen zu wollen.

Für wohnungssuchende Flüchtlinge soll beim Wohnungsamt der Landeshauptstadt eine zentrale Anlaufstelle installiert werden. Neue Standorte und Optionen zur Unterbringung von Flüchtlingen sollen bei der nächsten Sitzung des Runden Tisches konkret benannt werden.
Die Träger der Familienbildung (zum Beispiel mit einem Angebot an Deutsch-Kursen) sollen stärker eingebunden werden. Die soziale Betreuung sowie die gesundheitliche, schulische und vorschulische Versorgung der Flüchtlinge soll dem wachsenden Bedarf angepasst werden.
Generell sollen auch mehr Ehrenamtler für die Betreuung der Flüchtlinge gewonnen werden. Integrationshilfe kann hier zum Beispiel auch durch Sportvereine geleistet werden.

Der Runde Tisch zu Asyl- und Flüchtlingsfragen kommt am 18. November im Rathaus zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

Lesen Sie dzu auch:  Stadt muss 1300 Flüchtlinge unterbringen

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