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Stadtsparkasse spendet 30 Bobbycars

Die Stadtsparkasse Düsseldorf übergibt in Zusammenarbeit mit der „Deutschen Leasing für Sparkassen und Mittelstand GmbH“ insgesamt 30 Bobby-Cars an drei gemeinnützige Einrichtungen in Düsseldorf: Die Elterninitiative Kinderkrebshilfe e.V., das städtische Kinderhilfezentrum und die Diakonie Düsseldorf bekommen jeweils 10 Bobby-Cars für ihre Kinder geschenkt.

Karin-Brigitte Göbel, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Düsseldorf, wird die Bobby-Cars in einem kleinen Festakt am 30. Oktober 2014 um 11 Uhr in der Stadtsparkasse Düsseldorf übergeben. Zur offiziellen Übergabe wird auch eine Kindergruppe aus der Kindertagesstätte Hohenzollernstraße erwartet.

„Wir freuen uns als Stadtsparkasse Düsseldorf Teil der deutschlandweiten Bobby-Car Aktion zu sein. Es gehört zu den Aufgaben eines öffentlich-rechtlichen Instituts, den gemeinnützigen Gedanken in der Region zu fördern. Wir bereiten den kleinsten Bedürftigen eine große Freude, denn nach wie vor ist das Bobby-Car das liebste Spielfahrzeug unter den Kleinen; und neben dem Spaßfaktor wird auch die Motorik gefördert“, betont Karin-Brigitte Göbel.

Die Bobby-Car Aktion ist eine deutschlandweite Aktion, zu der die „Deutsche Leasing“ seit Beginn dieses Jahres aufgerufen hat und bereits zahlreiche Sparkassen als Partner gewinnen konnte.

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Wohlfahrtsverbände: Willkommen für Flüchtlinge

(Foto © Jo Achim Geschke)

„Sie kommen wegen fehlender Perspektiven und aus wirtschaftlicher Not, Gründe, die ja unsere Vorfahren nach Amerika gebracht haben.“ Mit diesem Satz erinnerte Ronald Vogel vom DRK als Sprecher der Liga der Wohlfahrtsverbände daran, das wir Flüchtlingen wie damals solidarisch helfen müssen, hier ihr Leben zu organisieren. Doch ein Asylantrag wird durchschnittlich nach 48 Monaten – vier Jahren – endgültig bearbeitet. Die Wohlfahrtsverbände (Diakonie, Caritas, DRK, Der Paritätische, die Awo) haben am Donnerstag Nachmittag ein gemeinsames Positionspapier zur Flüchtlingshilfe vorgestellt. Sie wollen den Flüchtlingen in Düsseldorf ein Willkommen bieten, den oftmals traumatisierten menschenwürdige Unterkünfte und Lebensbedingungen schaffen, ohne das Flüchtlinge manchmal 12 Jahre und mehr auf die Anerkennung und ein Bleiberecht warten müssen. Ein wieteres Problem: Asylbewerber können erst nach neun Monaten einen Deutschkurs besuchen, der dringen nötig ist auf dem Weg zur Integration.

Sie kommen aus 54 Ländern hierher – eine erschreckende Zahl, wenn man bedenkt, in wie vielen Ländern Menschen nicht mehr leben wollen oder – als Verfolgte – leben können. meinte Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke (SPD). Und sie mahnte: „Es wird normal sein, dass Menschen hierher kommen und Sicherheit suchen“ in ihrem Grußwort vor rund 100 Zuhörern im Stiftssaal von St. Lambertus.

Die Flüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan, aus Eritrea und anderen afrikanischen Staaten, oder aus dem Irak, oder als verfolgte Roma aus dem Balkan. „Flüchtlinge verlassen nicht freiwillig ihre Heimat, und wie sie hier aufgenommen werden, formt auch ihre Motivation, sich bei uns einzuleben“ betonte Daniela Bröhl (Diakonie), die mit Bettina Hajdu (Caritas) das Programm der Verbände erläuterte. Die Verbände wie Diakonie, Caritas oder Awo bieten seit langem Hilfe und Unterstützungen für Flüchtlinge an. Doch durch die katastrophalen Geschehnisse in Syrien, im Irak oder auch Eritrea hat die Zahl der Flüchtlinge enorm zugenommen. OB Thomas Geisel hatte, wie berichtet, bereits einen ersten „Runden Tisch“ zur Flüchtlingsfrage einberufen. Die 2. Sitzung ist am 18. November.

KL Bettina Hajdu Caritas u Daniela Bröhl Diakonie

(Foto Bettina  Hajdu/  Daniela Bröhl/ © Jo Achim Geschke)

Doch die Bürokratie, das wurde deutlich, ist weit davon entfernt, für schnelle Integration zu sorgen. „Ich betreue einen Asylbewerber, der seit 19 Jahren schon hier lebt und noch immer kein Asylverfahren hat“, berichtete eine Mitarbeiterin der Caritas. Das durchschnittliche Verfahren zu einem Asylantrag dauert in Düsseldorf 48 Monate, so Bröhl.

1716 Menschen sind zur Zeit in größeren Unterkünften in der Stadt untergebracht. Sie bleiben zwischen sechs Monaten und – kaum zu fassen – bis zu zwölf Jahren in diesen Unterkünften, in denen sie oft auf engstem Raum mit anderen aus für sie fremden Ländern zusammen leben müssen.

. Die Wohlfahrtsverbände betonten, dass sie nicht fordern, „wir setzen uns für etwas ein“, formulierte Bröhl.

Dennoch sind es Forderungen:

Nach größeren Wohnungen, dass die Unterbringung in Hotels abgeschafft wird, dass Flüchtlinge höchstens ein Jahr lang in Sammelunterkünften bleiben.

Aber auch wenn die Wohnungswirtschaft etwa im „Runden Tisch“ beteiligt ist und Hilfe zugesagt hat, dürfte es beim gegenwärtigen Mangel an bezahlbarem Wohnraum schwierig sein, diese Forderung bald zu erfüllen.

Die Verbände wollen zudem mehr psychosoziale Beratung für die oft traumatisierten, unter Verfolgung, Folter und Schlimmeren leidenden Flüchtlinge. Es soll mehr Personal in Verwaltung und Unterkünften geben. Frauen, die oftmals unter den Folgen von Vergewaltigungen leiden, sollen besser untergebracht und betreut werden.

Ein großes Problem: Asylbewerber können frühestens nach neun Monaten Sprachkurse besuchen. Wenn sie nur eine „Duldung“ bekommen, also ihr Verfahren nicht abgeschlossen ist, erst nach 12 Monaten. Die Verbände fordern daher, das Deutschkurse für alle in den Unterkünften ermöglicht werden. Dass das Arbeitsverbot aufgehoben wird.

 

Der Bund muss mehr Kosten tragen

Das alles hängt aber nicht nur am Willen zu einem Willkommen: Die Kosten für die Aufnahme von Flüchtlingen wurde von der Bundesregierung auf Land und Kommunen abgewälzt. Das Land zahlt zwar nach einem Flüchtlingskonzept der Landesregierung rund 25 Prozent mehr, was für Düsseldorf etwa 3 bis 4 Millionen Euro ausmacht. Doch der Städtebund fordert für alle Kommunen mehr finanzielle Unterstützung vom Bund für die Kosten zur Unterbringung und etwa der medizinischen Versorgung. Am 11. Dezember wollen Bund und Länderchefs erneut darüber verhandeln.

Ein weiteres Problem: Die Flüchtlings-Kinder – in Düsseldorf mehr als 600 – müssen in den Schulen untergebracht werden. Doch die haben, wie berichtet, schon jetzt erhebliche Raumnöte. Und wo in Düsseldorf, wo bisher jahrelang die Schaffung bezahlbarer Wohnungen versäumt wurde, noch Wohnungen für Flüchtlinge gefunden werden können, ist auch keine leicht zu lösend Frage.

Essenausgabe

Armut ist weiblich

(Foto oben: Essenausgabe Sergej Lepke Ev. Kirche)

Sie muss von 240 Euro im Monat leben. Lore K. (Name von der Redaktion geändert) ist 54, wohnt in Unterbilk, und bekommt „Grundsicherung“, also staatlichen Zuschuss wegen zu geringer Rente. Sie sagt empört: „Wenn ich jetzt Mütterente bekomme, liege ich knapp über der Einkommensgrenze und bekomme gar keine Zuschüsse mehr.“ Lore K. ist für die evangelische Superintendentin Henrike Tetz ein Beispiel für Frauenarmut, auf die evangelische Kirche und Diakonie in diesem Monat in Diskussionen und aufmerksam machen wollen.

Rund 1000 Menschen kommen jede Woche u den 7 Lebensmittelausgaben der Kirchen und Diakonie in der Stadt, berichtet Thorsten Nolting, Vorsitzender der Diakonie. Dort können Menschen, die nachwiesen können, dass sie Grundsicherung bekommen oder Sozialhilfe, gespendete Grundnahrungsmittel erhalten. Auch Lore K. geht zu den Lebensmittelausgaben, den Tafeln. „Mit der Mütterente liege ich aber so um 30 Euro über der Grenze, bekomme keine Grundsicherung und darf nicht mehr zur Tafel“, moniert sie. Die agile und temperamentvolle 54-Jährige nutz jede Möglichkeit, um Geld u sparen. „Ich bekomme 560 Euro Witwenrente, das deckt die Miete. Mit Grundsicherung und ihrer Rente von 120 Euro, behauptet sie, kommt sie zurecht. Muss aber doch Gemüse sammeln, dass Bauern wegwerfen, weil es nicht gerade und schön genug für den Markt ist, meint sie kopfschüttelnd. „Man muss das Geld genau einteilen, vielleicht mal ein Stück Fisch kaufen“, dann käme sie mit den 240 Euro zum Leben zurecht. Und berichtet stolz: „Ich habe mir gerade neue Schuhe geleistet, für 22 Euro.“

Bekäme sie Mütterente, wären das rund 600 Euro, sagt sie. Und das reiche eben nicht zum Leben.

Kleiderkammer in Gerresheim
Kleiderkammer in Gerresheim (Foto Uwe Schaffmeister / ev. Kirche)

„Auch in Düsseldorf“, so Henrike Tetz, „ist Armut weiblich. Mehr als 74.000 Menschen erhalten Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch I und XII, das sind 12,4 Prozent.“ Das immer mehr Frauen betroffen sind, sei „beunruhigend, zumal immer mehr Frauen arbeiten. Allerdings meist nicht in Vollzeit. Betroffen sind viele allein Erziehende, ebenso viele Frauen, die wegen der Kinder oder der Pflege Angehöriger nicht lnge gearbietet haben und daher eine geringe Rente bekommen. Zudem verdienen Frauen in Deutschland rund 25 Prozent weniger als Männer im gleichen Job, obwohl viele junge Frauen ausgezeichnete Abschlüsse vorweisen können.

In den Gesprächskreisen der Kirchengemeinden treffen sich viele Frauen, ebenso bei den Lebensmittelausgaben, das hilft, „Menschen sollten nicht zu Hause bleiben müssen, wenn sie keine 2 Euro für Kaffee und Kuchen haben“, so Pfarrer Heinz-Werner Frantzmann von der Diakonie. „Das Bild von Armut bei Frauen ist ganz falsch“, ergänzt  Lore K. Sie liefen eben nicht abgerissen durch die Gegend…

Am Sonntag, 7. September, gibt es um 10 Uhr einen Gottesdienst mit dem Frauereferat in der Johanneskirche, Martin Luther Platz.

Am Mittwoch, 10. September, ab 17 Uhr einen Diakoniegottesdienst in der Berger Kirche mit Pfarrer Thorsten Nolting und Pfarrer Frantzmann sowie dem Team Icklack/ Ariadne.

Weitere Informationen unter www.evdus.de

Lesen Sie dazu auch:

https://josdepeche.wordpress.com/2014/08/27/von-wegen-reiche-stadt-2/

https://josdepeche.wordpress.com/2014/09/01/der-etwas-andere-blick-auf-den-arbeitsmarkt-im-august/

https://josdepeche.wordpress.com/2014/08/25/hart-iv-berechtigte-in-dusseldorf-quote-hoher-als-im-land/

Sozialberichte der Stadt als Download :

http://www.duesseldorf.de/statistik/stadtforschung/analysen/sozialberichterstattung.shtml