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Düsseldorf gegen Extremismus

Düsseldorf ist ab sofort Partner in einem Europäischen Projekt gegen Extremismus vor allem bei Jugendlichen. Die aktuellen Ereignisse vom Wochenende in Köln zeigen, wie wichtig es ist, radikalen Tendenzen vorbeugend zu begegnen. „Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Schon auf lokaler Ebene muss angesetzt werden“, erklärt Düsseldorfs Ordnungsdezernent Dr. Stephan Keller. Das Projekt hat den Namen „Local initiatives against extremism“, zu Deutsch: Lokale Initiativen gegen Extremismus, abgekürzt „Liaise“. Hinter dem langen Namen verbirgt sich die Absicht der Europäischen Union, der Radikalisierung junger Menschen entgegen zu wirken.

Vor diesem Hintergrund hat das Europäische Forum für urbane Sicherheit (Efus) das Projekt Liaise initiiert. Vertreter aus verschiedenen europäischen Städten sowie Experten werden sich im Rahmen des Projektes in den nächsten 24 Monaten zu diesem Thema intensiv austauschen. Beteiligt sind – neben Düsseldorf – zum Beispiel Brüssel (Belgien), Malmö (Schweden), L’Hospitalet (Spanien), oder Reggio Emilia (Italien).

Im Zuge des Projektes sollen Wege und Strategien entwickelt werden, wie Radikalisierung auf lokaler Ebene noch besser und schneller erkannt werden kann und wie das Abdriften junger Menschen in radikale Kreise verhindert werden kann. Die lokalen Behörden sollen dabei nicht nur helfen, Risikofälle zu identifizieren, sondern Jugendlichen, die sich radikalen Strömungen anschließen wollen, Alternativen aufzeigen.

In Düsseldorf engagiert sich bereits der Kriminalpräventive Rat mit einer Fachgruppe, die vom Jugendamt betreut wird, auf diesem Feld.

Neben den in Düsseldorf bereits bestehenden Strukturen sollen neue Impulse für die praktische Arbeit gewonnen werden. Gleichzeitig wird ein europäisches Netzwerk aufgebaut, innerhalb dessen jederzeit ein fachlicher Austausch stattfinden kann. Denn die Auslöser für Radikalisierung sind überall ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Ein früher Ansatzpunkt ist zum Beispiel die Kinder- und Jugendarbeit. Hier gilt es radikalen Einstellungsmustern keine Chancen zu geben.

Zum Abschluss des zweijährigen Projektes erarbeiten die Teilnehmer ein Handbuch für lokale Behörden. Es soll Hinweise zur Früherkennung von Radikalisierung und praktische Bekämpfungs- und Präventionsstrategien beinhalten.