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Ampel und Erwin Platz und viel mehr im Rat

(Foto © Jo Achim Geschke)

Wenn am morgigen Donnerstag der Rat tagt, dann mit einer neuen Mehrheit, die am Dienstag offiziell besiegelt wurde: Die drei Parteien unterschrieben in großer Runde feierlich ihre Ampel-Kooperation. Die Ampel wird nun „in allen haushaltsrelevanten Fragen“ sich zuerst untereinander und dann im Rat gemeinsam abstimmen. Bei anderen Fragen steht den Fraktionen von SPD, Grünen und FDP ein eigenständiges Abstimmungsverhalten zu. Auch bei der Frage zum Joachim-Erwin-Platz, der nun wohl doch neben dem Luxuskaufhaus am Kö-Bogen eingerichtet werden soll. Daneben stehen aber auch etliche Anfragen und Themen zur Debatte.

 

Der Platz, der an den 2008 verstorbenen OB Joachim Erwin (CDU) erinnern und ihn ehren soll, hatte in den vergangenen Tagen zu Debatten geführt, die von der CDU-Opposition zu Angriffen auf den neuen OB Thomas Geisel (SPD) genutzt wurden. Der mit dem Vorschlag, einen Platz nach Erwin vor dem neu gestalteten Bilker Bahnhof zu benennen, auf heftige Ablehnung stieß. (Obwohl doch der Platz erst durch Erwins Initiative zustande kam und auch ein Anfang oder Endpunkt der neuen Wehrhahnlinie wird – auch von Erin initiiert). Zudem war ein Erwin-Platz unter dem ehemaligen CDU-OB Elbers ein Tabu-Thema.

Weitere Punkte im Rat sind etwa Anfragen, die von der Verwaltung beantwortet werden, etwa: Die Situation der Hebammen in Düsseldorf (SPD-Anfrage), Informationen zu Salafisten (CDU-Anfrage), Unterbringung von Wohnungslosen und Personalmangel im Gesundheitsamt (Die Linke).

Auf der Tagesordnung auch der geplante Abbruch der „Waldsschänke“, was zu Diskussionen führen wird, und die Einführung der Ehrenamtskarte. Außerdem geht es um die Straßenbahntrassen nach Beginn der Wehrhahnlinie – da etwa auch die Linie 708 – und die Wiederaufforstung und neue Bäume nach dem Orkan“ Ela“.

Vor der Ratssitzung wird der Initiativkreis Armut und das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum (wie berichtet) den Fraktionen ein Forderungskatalog für eine andere Sozialpolitik überreichen.

Der Rat tagt ab 14 Uhr im Rathaus, Plenarsaal, Besucher/ Zuhörer  sind erwünscht.

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Projekt neue Bäume : OB Geisel lädt zum Runden Tisch

(Foto Manfred Breuckmann © Stadt)

Film, Vorträge, Fragestunde – und danach ein Markt der Möglichkeiten: Oberbürgermeister Thomas Geisel lädt am Dienstag, 16. September, 14 bis 17 Uhr, zum ersten Runden Tisch im Rahmen des Projekts „Neue Bäume für Düsseldorf“, Manfred Breuckmann moderiert. Eingeladen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die sich über das Projekt „Neue Bäume für Düsseldorf“ informieren oder aktiv am Wiederaufbau des städtischen Grüns beteiligen wollen – ob als Spender einer Baumpatenschaft oder als Mitwirkender in einer Initiative.

„Der Wiederaufbau des städtischen Grüns wird eine langfristige Aufgabe sein, die die Stadt gemeinsam mit den Bürgern bewältigen möchte. Denn dieses Projekt bietet auch eine große Chance, das Gemeinschaftsgefühl in dieser Stadt zu stärken. Dass wir da bereits auf einem guten Weg sind, haben die bisherigen Aktionen wie die Versteigerung und die bereits gezeigte Spendenbereitschaft bewiesen. Daran wollen wir anknüpfen und mit dem Runden Tisch dem Projekt einen weiteren Schub geben“, sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Thomas Geisel am Malkasten

OB Thomas Geisel (Foto (C) Jo Achim Geschke)

Der Runde Tisch im Rathaus beginnt um 14 Uhr mit einer Informations- und Talkrunde im Plenarsaal des Rathauses. Durch die Veranstaltung leitet der langjährige WDR-Radiomoderator und Düsseldorfer Bürger Manfred Breuckmann. Nach der Begrüßung durch den Oberbürgermeister wird Gründezernentin Helga Stulgies über Folgen des Orkans „Ela“ berichten, Gartenamtsleiterin Doris Törkel berichtet dann über die nächsten Schritte beim Wiederaufbau des städtischen Grüns. Im Anschluss haben die Gäste die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die vom OB, der Gründezernentin und der Gartenamtsleiterin beantworten werden. In einer anschließenden Talkrunde werden drei Initiativen vorgestellt, die sich aus ganz unterschiedlichen Beweggründen für das Projekt „Neue Bäume für Düsseldorf“ einsetzen. Bevor der zweite Teil der Veranstaltung mit dem Markt der Möglichkeiten und Fachvorträgen von Baumexperten des Gartenamtes fortgesetzt wird, stellt OB Geisel die Fundraising-Kampagne vor, mit der in den nächsten Monaten weiter um tatkräftige Unterstützung geworben wird.

Beim Markt der Möglichkeiten werden sich im Erdgeschoss 12 Initiativen präsentieren – und auch um Mitstreiterinnen und Mitstreiter werben. An einem weiteren Stand des Gartenamtes erfahren die Besucherinnen und Besucher, wie der Wiederaufbau des städtischen Grüns für die nächsten Jahre geplant und umgesetzt wird, welche Bäume künftig in der Landeshauptstadt gedeihen werden und wann die ersten Pflanzprojekte starten.

Insgesamt hat die Landeshauptstadt Düsseldorf in Folge des Orkans Ela am 9. Juni 2014 rund 40.000 Bäume verloren. Die große Aufgabe der kommenden Jahre besteht darin, die grünen, wertvollen Strukturen der Gartenstadt Düsseldorf für die nächsten Generationen wieder aufzubauen und in Teilen neu zu erschaffen.

Weitere Informationen zum Projekt „Neue Bäume für Düsseldorf“ im Internet unter: www.duesseldorf.de/baumspende/

Der Runde Tisch: Folgende Initiativen, die sich mit individuellen Projekten zugunsten neuer Bäume engagieren, werden sich präsentieren:

BaumART: Charity-Veranstaltungen mit Kunstaspekt
FanFactory: Spendenaufruf auf Baumstümpfe sprühen
Baumschutzgruppen: Pflanzaktionen mit Schulklassen
Malkasten Park: Wiederaufbau eines privaten Parks durch Spenden
Sturmbrettchen: Tafeln mit eingravierten Infos zum gefallen Baum
Düsseldorf bäumt sich auf: T-Shirt-Verkauf zugunsten neuer Bäume
Wir bäumen auf: Postkartenverkauf zugunsten neuer Bäume
BUND: Pflanzen von Bienenbäumen
Fotograf Stolt: Popart-Bilderverkauf
Handwerksbäcker: Verkauf von „Mandelbäumen“
NABU: Event auf Apfelwiese
Fotograf Hympendahl: Versteigerung großformatiger Sturmbilder

CDU fordert mehr Landesgeld für Baumschäden

Nicht glücklich zeigt sich die CDU-Ratsfraktion über die knapp 5,7 Millionen Euro, die Düsseldorf als Sturmschadenhilfe vom Land NRW erhalten soll. „Die Absicht ist zwar löblich, der Betrag aber keineswegs“, kritisiert Ratsherr Rüdiger Gutt in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender der CDU.

Siehe Artikel in josdepeche:

https://josdepeche.wordpress.com/2014/08/27/57-mio-e-fur-sturmschaden-vom-land/

Gutt (CDU) weiter:

„Tropfen auf den heißen Stein“
„Anfangs wurde geschätzt, dass Orkan ‚Ela’ den städtischen Haushalt mit 64 Millionen Euro belasten würde. Wie wir mittlerweile wissen, sind rund 40.000 Bäume zerstört oder beschädigt worden. Eine Wiederaufforstung und die Reparatur der Infrastruktur werden hochgerechnet um die 100 Millionen Euro kosten. Das versprochene Geld vom Land ist da nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, macht Gutt deutlich.
Wenig hilfreich sei zudem das Angebot von SPD-Umweltminister Johannes Remmel, der aus seinem Naturschutzetat zusätzliches Geld für Baumpflanzungen bereitstellen will. „Das bringt beispielsweise für den denkmalgeschützten Hofgarten, wo viele exotische Bäume erneuert werden müssen, gar nichts. Denn Remmel will nur heimische Gehölze fördern“, so Gutt.

Rüdiger Gutt fordert daher eine effektivere Hilfe vom Land: „Düsseldorf soll bis 2022 weit über 100 Millionen Euro für den kommunalen Solidarpakt zahlen, um anderen Städten zu helfen. Jetzt, wo Düsseldorf selbst massive Wiederaufbauhilfe braucht, kann das Land seine Hauptstadt nicht mit ein paar Millionen abspeisen. Entweder gewährt uns die rot-grüne Landesregierung mehr Unterstützung, oder sie erlässt uns den Zwangs-Soli. Das wäre echte Solidarität.“

5,7 Mio € für Sturmschäden vom Land

„Düsseldorf wird vom Land bei der Bewältigung der Schäden, die durch den Pfingststurm ELA entstanden sind, mit insgesamt rund 5, 7 Millionen Euro unterstützt.“ Das teilte jetzt der Landtagsabgeordnete Markus Herbert Weske (SPD) mit. Die Mittel sind Teil eines Hilfspaketes in Höhe von 30 Millionen Euro, für die 44 Kommunen, die von ELA am schlimmsten betroffen sind. „

Diese Hilfe wird schnell und unbürokratisch bei den Kommunen ankommen.“ erläuterte Weske. „ Wir wollen auch den Fluthilfefonds für das Hochwasser von Elbe und Donau weiterhin für regionale Unwetterereignisse öffnen. Wenn hierüber mit dem Bund und anderen Ländern eine Einigung erzielt wird, wird das Land noch einmal 30 Millionen Euro für die betroffenen Kommunen bereitstellen“.

Versteigerung für neue Bäume

Jacques Tilly ist dabei, OB Thomas Geisel, und Initiator Manes Meckenstock: Am kommenden Samstag startet im Rathaus die Versteigerung von ausgewählten Spenden, etwa eine Fahrt im Elektro-Sportwagen Tesla, oder ein Fortuna-Trikot, zugunsten der Wiederaufforstung.

Nachdem der Orkan „Ela“ zu Pfingsten Bäume in Düsseldorf niedergemäht hatte, muss die Stadt das Grün wieder aufforsten. Das kostet – um die 90 Millionen Euro bis zu 100 Mio. € reichen die Rechnungen. Da muss der Kämmerer und der neu gewählte OB Thomas Geisel tief in die Stadtkasse greifen. Und hinter allem steht die „Schuldenbremse“ und der Zwang, wegen der politischen Mehrheiten keine neuen Schulden zu machen. Eine Aktion wie diese Spenden für Bäume und die Versteigerung schafft nicht nur ein Gemeinschaftsgefühl für die Stadt – es bringt (hoffentlich) auch viel Geld ein. So mancher wird da tief in die eigene Tasche greifen. Wobei nicht zu vergessen ist, dass sich Zigtausende Bürger der Stadt ein Mitbieten wohl kaum leisten können.

„Ich bin sehr zufrieden. Die Düsseldorf kümmern sich um ihre Stadt“, lobt Auktionator Manes Meckenstock. Er spricht in diesen Tagen mit vielen Anbietern und muss manchem auch erklären, warum er/sie bei dieser ersten Auktion vielleicht nicht zum Zuge kommt. Meckenstock trifft diese Woche eine Auswahl nach den Kriterien: Was kann man regulär nicht kaufen? Was ist originell und werthaltig? Was passt besser zu einer anderen gemeinnützigen Börse? „Wir wollen Samstag ein volles Haus im Rathaus haben und wir wollen das Konto für die Wiederbepflanzung füllen“, sagt Manes Meckenstock und fügt hinzu: „Es wird eine augenzwinkernde Versteigerung mit Spaß und großzügigen Düsseldorfern, die wissen, was sie vor einem ernsten Hintergrund für ihre Heimatstadt tun.“

Meckenstock bittet die Düsseldorfer und Düsseldorferinnen, leckere Kleinigkeiten zur Veranstaltung im Rathaus beizutragen, wie zum Beispiel selbstgemachte Kuchen oder Frikadellen.

Baumschäden im Volksgarten
Baumschäden im Volksgarten

Eine Liste ausgewählter Gegenstände wird auf www.duesseldorf.de/baumspende veröffentlicht.

Termin: Samstag, 23.8.2014: Baum-Versteigerung im Rathaus

ab 15:00 Uhr Besichtigung der Angebote

16:00-18:00 Uhr Versteigerung im Plenarsaal